Video: Fabry-Massage

Polyneuropathie – Oder einfacher gesagt: Nerven(faser)schädigung. Nerven – schädigend, im wahrsten Sinne des Wortes! Wer diese Schmerzen dauerhaft hat, weiß, wie belastend es ist, damit zu leben. In dem Artikel „4 Tipps für schmerzende Füße und Beine“ hatte ich bereits von der schmerzlindernden Wirkung von Massagen geschrieben. Heute möchte ich dir zeigen, welche Massage-Technik mir dabei am besten hilft.

Zu Beginn hat mein Partner mir die Beine ganz normal massiert, indem er die Waden und Füße gedrückt hat. Das war jedoch auf der einen Seite auf Dauer ziemlich anstrengend, zum anderen nicht so effektiv. Ein weiterer Nachteil war, dass seine warmen Handflächen meine Beine dabei fast vollständig berührten, was aufgrund der Hitzeintoleranz sehr unangenehm war.

Irgendwann kam er auf die Idee, mir Karate-ähnlich mit der seitlich angewinkelten, offenen Hand auf die Beine zu schlagen. Diese Methode stellte sich nicht nur als weniger anstrengend, sondern auch viel effektiver heraus. Es fühlt sich an, als würde er mir meine Schmerzen „rausklopfen“. Druckgefühle und dumpfe Schmerzen werden so nach und nach abgebaut. Auch besteht so viel weniger Körperkontakt zu seinen warmen Händen.

Zu Beginn kitzelt es tatsächlich noch ein bisschen, aber von Anfang an tritt ein herrlich erleichterndes Gefühl auf. In dieser Zeit habe ich keine Fabry-Schmerzen und spüre nur die Massage-Schläge, was sich aber positiv-schmerzhaft anfühlt. Die Massage kann auch an den Armen angewendet werden – wenn es nicht zu sehr kitzelt. Sie sollte allerdings viel sanfter durchgeführt werden, da die Arme empfindlicher sind.
Die Massage kann von der Länge her je nach Bedarf und Ausdauer durchgeführt werden. Ich brauche bei starken Schmerzen eine Behandlung von mindestens 10-15 Minuten. Die Wirkung hält oft mehrere Stunden an.

Genug geredet, hier siehst du, wie das in der Praxis aussieht:

4 Tipps für schmerzende Füße und Beine

Bei starken Schmerzen helfen leider nur Schmerzmittel. Doch als Ergänzung bzw. zur Linderung habe ich ein paar hilfreiche Methoden entdeckt, die ich dir vorstellen möchte:

1. Kompressions- und Stützstrümpfe tragen. Durch das Ausüben des Drucks werden meine Schmerzen gelindert und im Alltag erträglicher.

Bei leichteren Beschwerden reichen Stützstrümpfe, für starke Schmerzen sind Kompressionsstrümpfe geeigneter. Kompressionsstrümpfe haben den Vorteil, dass man sie auf Rezept bekommt. Eine nicht unerhebliche Zuzahlung ist aber leider dennoch zu leisten.

Für Zuhause benutze ich kniehohe medizinische IMAG3293.jpgKompressionsstrümpfe, in die ich mir vorne Löcher schneide, sodass die Zehen offen sind. Durch den Druck werden die Schmerzen verringert, gleichzeitig sorgen die offenen Zehen aber für eine angenehme Kühle.

Für unterwegs verwende ich beinlange (halterlose) Stützstrümpfe „gilofa style“ 280 den in schwarz. Es gibt sie im Sanitätshaus für stolze 40 €. Pluspunkt: Sie sehen elegant aus und fühlen sich angenehm an. Bei täglichem Tragen halten die Haftränder  ca. 3-4 Monate. Wer es hüfthoch mag, ist mit diesen sicher besser bedient, da sie voraussichtlich länger halten.

2. Fuß- /Beinmassagen vom Partner, Familienmitglied oder Freunden geben lassen. Je länger und kräftiger die Massage ausfällt, desto wirksamer ist sie. Hinterher ist es, als würde man auf Wolken schweben. Außerdem tun Streicheleinheiten immer gut.

3. Leichte Bewegung, zum Beispiel langsames Gehen auf dem Laufband.

4. Schwimmen gehen, idealerweise in kühlem Wasser. Die Bewegung lässt meine Beine ruhiger werden und mich nachts besser schlafen.