In Sandalen durch den Dezember

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Die Klimaerwärmung ist schrecklich und wird der Untergang des Homo sapiens sein, aber was soll’s, es wird hoffentlich eine klügere Spezies folgen.

Was mir die Klimaerwärmung beschert, ist ein Dezember, in dem ich bei zwischen 8 und 15 Grad fabelhaft noch in Sandalen und ohne Kompressionsstrümpfe zur Arbeit gehen kann.
Hier von Können zu sprechen, ist aber auch etwas übertrieben. Es ist schlicht so, dass ich vor Brennschmerzen die Krise bekomme, wenn ich bei allem über 8 Grad diese Strümpfe trage.

Es muss ein komisches Bild geben: Winterjacke, Schal – und dazu Sandalen. Der ganz neue heiße Mode-Shit in diesem Jahr.

Doch die Blicke sind nur schwer auszuhalten. Obwohl ich schon immer mit Scheuklappen-Blick durch die Gegend lief, ist es mir unmöglich, die Blicke auf meine nackten Beine zu ignorieren. In der Bahn und auf der Straße schauen mir die Leute meist nicht als Erstes ins Gesicht, sondern auf die Beine. Ich frage mich, was sie sich wohl denken. Vielleicht das, was ich früher gedacht habe?

Als ich noch in Bremen wohnte, sah ich an einer Uni-Haltestelle im Winter mal einen jungen Mann, der bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nur eine kurze Hose und ein leichtes Oberteil trug. Ich habe ihn innerlich sofort als verrückt abgestempelt. Minutenlang habe ich überlegt, wie man so bescheuert sein kann, sich bei diesen Temperaturen so zu kleiden. Gedanken wie „Der spinnt doch!“ und „Wie kann man so unverantwortlich mit seiner Gesundheit umgehen“, gingen mir vorwurfsvoll durch den Kopf.
Aber vielleicht hatte er auch einfach nur Morbus Fabry?

Nun sitze ich im Zugabteil der SBB und niemand setzt sich zu mir in den Vierer, obwohl der Zug schon gut gefüllt ist.
Ob die wohl auch denken, dass ich verrückt bin? Die Süddeutschen und Schweizer gucken nur, sind aber zu höflich, um was zu sagen. In Norddeutschland wäre ich sicher schon darauf angesprochen worden. Das wäre zwar einerseits peinlich, aber andererseits auch erleichternd. Endlich mal sagen zu können: Ja, ich trage Sandalen im Dezember, aber Leute, ich hab trotzdem alle Tassen im Schrank. Nur haben meine Beine nicht mehr so viele kleine Nervenfasern, wie das eigentlich der Fall sein sollte.

Man braucht schon ein ziemlich dickes Fell, um über den Blicken zu stehen. Ich trainiere das weiter. Jeden Tag, an dem die Klimaerwärmung weiter voranschreitet.

Video: Fabry-Massage

Polyneuropathie – Oder einfacher gesagt: Nerven(faser)schädigung. Nerven – schädigend, im wahrsten Sinne des Wortes! Wer diese Schmerzen dauerhaft hat, weiß, wie belastend es ist, damit zu leben. In dem Artikel „4 Tipps für schmerzende Füße und Beine“ hatte ich bereits von der schmerzlindernden Wirkung von Massagen geschrieben. Heute möchte ich dir zeigen, welche Massage-Technik mir dabei am besten hilft.

Zu Beginn hat mein Partner mir die Beine ganz normal massiert, indem er die Waden und Füße gedrückt hat. Das war jedoch auf der einen Seite auf Dauer ziemlich anstrengend, zum anderen nicht so effektiv. Ein weiterer Nachteil war, dass seine warmen Handflächen meine Beine dabei fast vollständig berührten, was aufgrund der Hitzeintoleranz sehr unangenehm war.

Irgendwann kam er auf die Idee, mir Karate-ähnlich mit der seitlich angewinkelten, offenen Hand auf die Beine zu schlagen. Diese Methode stellte sich nicht nur als weniger anstrengend, sondern auch viel effektiver heraus. Es fühlt sich an, als würde er mir meine Schmerzen „rausklopfen“. Druckgefühle und dumpfe Schmerzen werden so nach und nach abgebaut. Auch besteht so viel weniger Körperkontakt zu seinen warmen Händen.

Zu Beginn kitzelt es tatsächlich noch ein bisschen, aber von Anfang an tritt ein herrlich erleichterndes Gefühl auf. In dieser Zeit habe ich keine Fabry-Schmerzen und spüre nur die Massage-Schläge, was sich aber positiv-schmerzhaft anfühlt. Die Massage kann auch an den Armen angewendet werden – wenn es nicht zu sehr kitzelt. Sie sollte allerdings viel sanfter durchgeführt werden, da die Arme empfindlicher sind.
Die Massage kann von der Länge her je nach Bedarf und Ausdauer durchgeführt werden. Ich brauche bei starken Schmerzen eine Behandlung von mindestens 10-15 Minuten. Die Wirkung hält oft mehrere Stunden an.

Genug geredet, hier siehst du, wie das in der Praxis aussieht: