8 Tipps für heiße, brennende Füße und Beine

Das für mich belastendste Symptom bei Morbus Fabry sind aktuell meine heißen, brennenden, schmerzenden und kribbelnden Füße und Beine. Inzwischen sind auch meine Hände und Arme betroffen.
In diesem und im nächsten Artikel möchte ich dir zeigen, welche Hilfsmittel mir geholfen haben, die Schmerzen zu lindern und den Alltag besser zu meistern.

1. Füße und Beine mit kaltem Wasser abduschen, je nach Bedarf mehrmals pro Tag. Anschließend Wasser nur leicht abtupfen. Regelmäßiges Eincremen nicht vergessen, da die Haut bei häufigem Abduschen sehr schnell austrocknet. Vorsicht bei eiskaltem Wasser, kann bei zu langem Abduschen zu Kreislaufbeschwerden führen.

2. Fußbäder mit kaltem Wasser, z.B. beim Sitzen am Schreibtisch oder draußen beim Grillen. Einfach eine Plastikschüssel mit kaltem Wasser (ggf. mit Eiswürfeln) füllen. Ist insbesondere in den Sommermonaten eine Wohltat.

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3. Schwimmen gehen, idealerweise in kühlem Wasser. Die Bewegung lässt meine Beine für mehrere Stunden ruhiger werden und mich nachts besser schlafen. Selbst das Schwimmen in warmen Wasser, auch in Kombination mit Sauna, kann (je nach Schwere) möglich sein, wenn die Beine anschließend unter der Dusche lange genug mit kaltem Wasser abgeduscht werden.

4. Bei Spaziergängen in Flüsse und Bäche steigen.

5. Kühlakkus zum Schlafen benutzen.

6. Wadenwickel machen, nach Erwärmen wieder abnehmen.

7. Kleidungsstil umstellen. Was mir früher meine Jeanshosen, Socken und Sneaker waren, sind mir heute meine Kleider, Röcke und Sandalen. Selbst im Winter trage ich Kleider, allerdings in Kombi mit langen Stützstrümpfen und geschlossenen, aber nicht gefütterten Schuhen. Bei unter 0 Grad ziehe ich unter Umständen ein paar Socken an, weil ich die Sorge habe, dass mir aus Versehen die Füße abfrieren. Sobald es Frühling wird und man nicht mehr ganz schräg angeschaut wird, kommen die Sandalen wieder zum Einsatz.

8. Bettroutine überdenken. Auch bei der Bettroutine hilft es, auf dünnere Decken umzustellen und zu überprüfen, auf welcher Matratze man schläft.
Meiner Erfahrung nach sind Kaltschaummatratzen bei heißen Füßen und Beinen eher nicht geeignet, insbesondere in den Sommermonaten, da sie Wärme ausstrahlen. Ich selbst schlafe auf einer Federkern-Matratze am besten.

Wie alles begann

„Jede Krankheit hat einmal klein begonnen“ (Gerhard Kocher)

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In meiner Kindheit hatte ich das Glück, unbeschwert und ohne Symptome zu leben. Erst mit dem Jugendalter, ich schätze ungefähr mit 14/15 begann es mit Magen-Darm-Problemen. Insbesondere starke Bauchkrämpfe, vor allem nach dem Essen oder bei Anspannung, machten mir immer wieder zu schaffen. Seitdem gehören „Körnerkissen“ zu den wichtigsten Utensilien meines Alltags. Auch morgendliche Übelkeit war an der Tagesordnung, weshalb ich eine Magenspiegelung und einen Laktoseintoleranz-Test machte: alles ohne Ergebnis. Kopfschmerzen waren ebenfalls mein ständiger Begleiter. Während meines Studiums kamen Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und  Erschöpfungszustände hinzu. Die Erschöpfungszustände kamen aus heiterem Himmel über mich, als hätte jemand den Stecker aus meiner Energiesteckdose gezogen. Plötzlich war ich vollkommen leer und hatte höchstens noch so viel Akku, die Tätigkeit, die ich gerade ausführte, zuende zu bringen, bevor ich mich hinlegen musste. Mit normaler Erschöpfung hatte dies nichts zu tun, sie war so massiv, dass ich mich teilweise außerstande fühlte, mich im Bett auf die andere Seite zu drehen. Diese Zustände hielten manchmal stundenlang an. Die Meinung der Ärzte war schnell klar: Psychische Probleme. Und auch ich glaubte zeitweise an eine Art Burnout.

Doch irgendetwas in meinem Inneren hatte schon damals das Gefühl, wie „fremdgesteuert“ zu sein, als kämen die gesundheitlichen Probleme nicht aus meinem Inneren, meinen Gedanken, denn ich war doch guter Dinge. Ich war ehrgeizig, hatte Pläne, wollte mein Studium in Regelstudienzeit schaffen und einen Halbmarathon laufen. Doch daraus wurde nichts, mein Körper zeigte mir die Rote Karte. Nachdem sich die Erschöpfungszustände immer stärker häuften, zog ich die Reißleine und verordnete mir eine Studienpause inklusive Auszeit. Dass es ein und halb Jahre dauern würde, bis die Erschöpfungszustände fast nahezu verschwanden, damit hätte ich damals nicht gerechnet. Die Auszeit tat mir jedoch in jeglicher Hinsicht gut: Ich lernte in dieser Zeit nicht nur, Geduld und Nachsicht mit meinem Körper zu haben, sondern auch im „Hier und Jetzt“ zu leben.

Doch der Beginn der eigentlich wohltuenden Auszeit war gleichzeitig auch der Start massiver Beinprobleme. Ich kann nicht mehr sagen, wie genau es anfing, aber irgendwann waren meine Beine und Füße jeden Tag zu heiß, sodass ich sie mehrfach unter der Dusche abkühlen musste. Sie brennen, als hätte sie jemand angezündet. Ich stehe dann mit der Duschbrause in der Hand wie mit einem Feuerlöscher, um die Flammen zu löschen. Zunächst traten die Probleme nur bei hohen Außentemperaturen und beim Sport auf. Später kamen starke Schmerzen hinzu, die sich wie Wachstums- oder Muskelschmerzen anfühlen. Bei zu langer Liegezeit kann es auch zu einem innerlichen Druck kommen, der unerträglich wird. Oder Kribbeln an den Fußsohlen. Und manchmal auch alles zusammen. Dazu das Gefühl, die Beine nicht mehr als zugehörig zum Körper wahrzunehmen, wie etwas Fremdes, Störendes, das da nicht hingehört, 24/7. Für mich war und ist es unvorstellbar, damit den Rest meines Lebens zu leben. Aus diesem Grund begann ich, von Arzt zu Arzt zu rennen, um die Ursache für diese seltsamen Beschwerden zu finden.

Wie es weiterging, erfährst du im Artikel „Ärzteodyssee“.