Wie alles begann

„Jede Krankheit hat einmal klein begonnen“ (Gerhard Kocher)

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In meiner Kindheit hatte ich das Glück, unbeschwert und ohne Symptome zu leben. Erst mit dem Jugendalter, ich schätze ungefähr mit 14/15 begann es mit Magen-Darm-Problemen. Insbesondere starke Bauchkrämpfe, vor allem nach dem Essen oder bei Anspannung, machten mir immer wieder zu schaffen. Seitdem gehören „Körnerkissen“ zu den wichtigsten Utensilien meines Alltags. Auch morgendliche Übelkeit war an der Tagesordnung, weshalb ich eine Magenspiegelung und einen Laktoseintoleranz-Test machte: alles ohne Ergebnis. Kopfschmerzen waren ebenfalls mein ständiger Begleiter. Während meines Studiums kamen Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und  Erschöpfungszustände hinzu. Die Erschöpfungszustände kamen aus heiterem Himmel über mich, als hätte jemand den Stecker aus meiner Energiesteckdose gezogen. Plötzlich war ich vollkommen leer und hatte höchstens noch so viel Akku, die Tätigkeit, die ich gerade ausführte, zuende zu bringen, bevor ich mich hinlegen musste. Mit normaler Erschöpfung hatte dies nichts zu tun, sie war so massiv, dass ich mich teilweise außerstande fühlte, mich im Bett auf die andere Seite zu drehen. Diese Zustände hielten manchmal stundenlang an. Die Meinung der Ärzte war schnell klar: Psychische Probleme. Und auch ich glaubte zeitweise an eine Art Burnout.

Doch irgendetwas in meinem Inneren hatte schon damals das Gefühl, wie „fremdgesteuert“ zu sein, als kämen die gesundheitlichen Probleme nicht aus meinem Inneren, meinen Gedanken, denn ich war doch guter Dinge. Ich war ehrgeizig, hatte Pläne, wollte mein Studium in Regelstudienzeit schaffen und einen Halbmarathon laufen. Doch daraus wurde nichts, mein Körper zeigte mir die Rote Karte. Nachdem sich die Erschöpfungszustände immer stärker häuften, zog ich die Reißleine und verordnete mir eine Studienpause inklusive Auszeit. Dass es ein und halb Jahre dauern würde, bis die Erschöpfungszustände fast nahezu verschwanden, damit hätte ich damals nicht gerechnet. Die Auszeit tat mir jedoch in jeglicher Hinsicht gut: Ich lernte in dieser Zeit nicht nur, Geduld und Nachsicht mit meinem Körper zu haben, sondern auch im „Hier und Jetzt“ zu leben.

Doch der Beginn der eigentlich wohltuenden Auszeit war gleichzeitig auch der Start massiver Beinprobleme. Ich kann nicht mehr sagen, wie genau es anfing, aber irgendwann waren meine Beine und Füße jeden Tag zu heiß, sodass ich sie mehrfach unter der Dusche abkühlen musste. Sie brennen, als hätte sie jemand angezündet. Ich stehe dann mit der Duschbrause in der Hand wie mit einem Feuerlöscher, um die Flammen zu löschen. Zunächst traten die Probleme nur bei hohen Außentemperaturen und beim Sport auf. Später kamen starke Schmerzen hinzu, die sich wie Wachstums- oder Muskelschmerzen anfühlen. Bei zu langer Liegezeit kann es auch zu einem innerlichen Druck kommen, der unerträglich wird. Oder Kribbeln an den Fußsohlen. Und manchmal auch alles zusammen. Dazu das Gefühl, die Beine nicht mehr als zugehörig zum Körper wahrzunehmen, wie etwas Fremdes, Störendes, das da nicht hingehört, 24/7. Für mich war und ist es unvorstellbar, damit den Rest meines Lebens zu leben. Aus diesem Grund begann ich, von Arzt zu Arzt zu rennen, um die Ursache für diese seltsamen Beschwerden zu finden.

Wie es weiterging, erfährst du im Artikel „Ärzteodyssee“.

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